Wenn 300 Millionen Menschen weltweit den neuen Tag feiern, öffnet das umstrittenste Gebäude Berlins seine Barockfassade für ein 3.000 Jahre altes Fest — und die Frage, wem die Vergangenheit gehört, beantwortet sich für zehn Stunden von selbst.
Seit einem Jahrzehnt stellt KAPUTX Filipino Queer Rave Culture ins Zentrum der Berliner Nacht — nicht als Nische, sondern als Korrektur, die niemanden um Erlaubnis gefragt hat.
Zum 21. Mal faltet sich japanische Kultur in den Festsaal Kreuzberg — einen Ort, der selbst eine Geschichte aus Verlust, Feuer und Neuerfindung trägt und damit zum ungewöhnlich ehrlichen Gefäß für die Frage wird, wo Austausch aufhört und Exotisierung anfängt.
Berlin, die Stadt des Drei-Euro-Mercimek, gießt sich zum fünfzehnten Geburtstag von eat! Berlin erstmals PetNat und Franciacorta im Schatten der Quadriga ein — und verrät damit mehr über sein verschobenes kulinarisches Selbstbild als jede Sternewertung.
Nick Caves *Tender Prey* trifft auf Schuberts *Winterreise*, eine südafrikanische Kammeroper feiert mitten im Berliner Februar den Frühling, und im Schwuz wird die Grenze zwischen Opernhaus und Club für vier Tage zur Fiktion – das Schall & Rausch Festival der Komische Oper Berlin zieht wieder durch Neuköllner Venues und fragt dabei, wem Musiktheater eigentlich gehört.